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  • Unterrichtssituation: junge Männer und Frauen mit ihrem Lehrer im Klassenzimmer.

In Bayern leben Menschen aus 170 Nationen friedlich miteinander. Dies soll so bleiben. Deshalb hat die Integration in Bayern einen hohen Stellenwert. Dabei setzt Bayern auf das Prinzip „Fördern und Fordern“. Doch was bedeutet das genau? Warum ist es beispielsweise so wichtig, dass Flüchtlinge Deutsch lernen und die bayerische Leitkultur anerkennen? Welchen Beitrag können die bayerischen Bürgerinnen und Bürger leisten, damit Integration gelingt?

Bayern ist vielfältig

Bayern ist vielfältig! Schon jetzt hat jeder fünfte Mensch im Freistaat eine Zuwanderungsgeschichte. Das sind rund 2,72 Millionen Menschen. Bei uns gelingt die Integration. Das sieht man z. B. daran, dass Bayern deutschlandweit die höchste Erwerbsquote und das geringste Armutsrisiko bei Menschen mit Migrationshintergrund aufweist. Oder daran, dass bei uns sehr viele junge Menschen mit Migrationshintergrund gut qualifiziert werden, indem sie beispielsweise eine Berufsausbildung machen. Menschen mit Migrationshintergrund sollen und können sich in unserer Gemeinschaft in Bayern einbringen und sich zugehörig fühlen.

Junge Flüchtlinge von heute können die Fachkräfte von morgen sein. Deswegen fördern wir sie durch verschiedene Maßnahmen vom Deutschkurs über den Werte- und Rechtskurs bis hin zur Qualifikation für den bayerischen Arbeitsmarkt. Unsere Werte und gesellschaftlichen Regeln anzunehmen und zu befolgen – das fordern wir von ihnen.

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Unterrichtssituation: junger Mann und junge Frau an Computern. Eine Lehrkraft steht hinter ihnen und erklärt etwas.
Durch verschiedene Kurse, z. B. Sprachkurse, fördert Bayern Asylbewerberinnen und Asylbewerber und unterstützt sie damit auf dem Weg in den Arbeitsmarkt.
Nahaufnahme: Mann bearbeitet eine schriftliche Aufgabe.
Es ist wichtig für anerkannte Asylbewerberinnen und Asylbewerber und Flüchtlinge, die deutsche Sprache zu lernen. So haben sie bessere Chancen auf Bildung, Arbeit und ein gutes soziales Miteinander.

Warum gute Integration wichtig ist

Gelingende Integration ist die Voraussetzung dafür, dass die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt, der Wohlstand erhalten wird und unsere Gesellschaft zusammenhält. All das ist auch notwendig, um die Integrationsbereitschaft der einheimischen Bevölkerung zu erhalten.

Integration geht alle an

Im Jahr 2015 hat Bayern rund 160.000 Asylbewerberinnen und Asylbewerber aufgenommen. Ein Teil von ihnen wird auf Dauer hier bleiben. Damit deren Integration gelingt, müssen sich alle engagieren. Das beginnt schon während des Asylverfahrens. Der Bund führt die Asylverfahren durch, der Freistaat Bayern ist zuständig für Unterbringung und Versorgung der Asylbewerberinnen und Asylbewerber bzw. trägt die Kosten, soweit die Kommunen eingebunden sind. Er bezuschusst als freiwillige Leistung die Asylsozialberatung sowie die Migrationsberatung, die von den Wohlfahrtsverbänden durchgeführt wird. Viele Ehrenamtliche unterstützen bei der Betreuung der geflüchteten Menschen und helfen bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen oder Wohnungen.

Von den anerkannten Asylbewerberinnen und Asylbewerbern und Flüchtlingen erwarten wir im Gegenzug,

  • dass sie Deutsch lernen. Nur wenn Neuankömmlinge unsere Sprache lernen, können sie sich integrieren und erfolgreich sein in Schule, Ausbildung und Beruf. Und nur mit einer gemeinsamen Sprache klappt das Miteinander in allen Lebensbereichen.
  • dass sie unsere Leitkultur und dabei insbesondere die gesetzlichen Regeln und Werte achten, die unser Grundgesetz und die Bayerische Verfassung für das Zusammenleben aller Menschen in Deutschland bzw. in Bayern vorschreiben.
  • dass sie ihren Teil zum Gelingen des Zusammenlebens in unserem Land beitragen, Eigeninitiative und Selbstverantwortung zeigen.

Zentral für die Integration von Flüchtlingen sowie Asylbewerberinnen und Asylbewerbern mit guter Bleibeperspektive ist der Kontakt zu Einheimischen. Menschen, die neu in ein fremdes Land gekommen sind, lernen viele Regeln und die richtigen Umgangsformen ganz einfach, indem sie sich mit den Menschen, die hier leben, austauschen und an ihrem sozialen Umfeld orientieren.

Integration als Wirtschaftsfaktor

Gelungene Integration ist die Voraussetzung dafür, dass

  • durch Aus- und Weiterbildung Fachkräfte qualifiziert werden,
  • der drohende Fachkräftemangel ausgeglichen wird,
  • die Arbeitslosigkeit in Bayern niedrig bleibt,
  • Flüchtlinge erwerbstätig werden und das Sozialsystem mittragen und
  • erwerbstätige Flüchtlinge durch ihre Kaufkraft die Wirtschaft und den allgemeinen Wohlstand stützen.

Was „Fördern und Fordern“ bedeutet

Das Prinzip des Förderns und Forderns gilt in Deutschland und Bayern für alle Menschen – ob Einheimische oder Ausländerinnen bzw. Ausländer. Jede Bürgerin und jeder Bürger hat Rechte und Pflichten. Hinter allem steht die Idee der Verbindung des Gebens und Nehmens und des Vorrangs der Eigenverantwortung vor staatlicher Unterstützung, mit dem Ziel, größtmöglichen Wohlstand und Gerechtigkeit für alle Menschen zu erreichen.

„Fördern und Fordern“ ist das zentrale Prinzip bayerischer Integrationspolitik. Es bedeutet:

Unterstützung für Flüchtlinge sowie Asylbewerberinnen und Asylbewerber bereitstellen, soweit nötig, und gleichzeitig neben der Anerkennung unserer Rechts- und Werteordnung ihre Eigeninitiative und Eigenverantwortung verlangen.

Wir fördern Integration, indem wir anerkannte Flüchtlinge sowie Asylbewerberinnen und Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive dabei unterstützen, in Bayern gut anzukommen, die deutsche Sprache zu lernen, einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz sowie nach ihrer Anerkennung eine Wohnung zu finden und an der Gesellschaft teilzuhaben.

Bayern fordert Integration: Alle Menschen müssen Recht und Gesetz einhalten, unsere freiheitliche demokratische Grundordnung und unsere Werte anerkennen. Die bayerische Gesellschaft funktioniert nach bestimmten Regeln. Menschen, die neu hinzukommen, müssen sich genauso daran halten wie Menschen, die schon immer oder seit Generationen in Bayern leben. Menschen, die neu nach Bayern kommen, müssen sich außerdem bemühen, Deutsch zu lernen.

Keine Gleichmacherei – aber verbindliche Regeln für alle

Unsere Werte und Gesetze stehen in Deutschland und Bayern nicht zur Diskussion. Sie beruhen auf Erkenntnissen aus unserer Geschichte und sind Errungenschaften unserer freiheitlichen demokratischen Gesellschaft. Das Deutsche Grundgesetz ist das Fundament unseres friedlichen Zusammenlebens.

Richterhammer liegt auf einem Buch.
Alle Menschen müssen sich an das Gesetz halten. Jeder hat Rechte und Pflichten. Dies ist wichtig für ein friedliches Zusammenleben.

Das Bayerische Integrationsgesetz

Das Bayerische Integrationsgesetz (BayIntG) ist am 1. Januar 2017 in Kraft getreten. Mit diesem geben wir der Integration Ziel und Richtung. Das BayIntG beinhaltet den Grundsatz des Förderns und Forderns sowie klare Regeln für ein gutes Miteinander. Menschen, die nach Bayern kommen, müssen alle bindenden Forderungen der hier gültigen Rechts- und Werteordnung akzeptieren, mittragen und als den für sie nun geltenden Maßstab annehmen. Zugewanderte, die sich dauerhaft berechtigt in Bayern aufhalten, sollen die deutsche Sprache und unsere Leitkultur kennen und schätzen lernen und ihrerseits Akzeptanz und Toleranz erfahren.

Im Rahmen der so beschriebenen Integration haben für Migrantinnen und Migranten in allen Altersstufen die Vermittlung unserer Werte, das Erlernen der deutschen Sprache sowie das Ergreifen von Bildungs-, Ausbildungs- und Arbeitschancen größte Bedeutung.

Das Bayerische Integrationsgesetz begreift Integration als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es sind alle gefordert, sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Institutionen. Das Gesetz hebt beispielsweise die wichtige Rolle der Kommunen in Bayern hervor und benennt die bayerische Wirtschaft als zentralen Partner.

Aber mit dem Bayerischen Integrationsgesetz machen wir auch klar: Wo keine Integrationsbereitschaft besteht, müssen Sanktionen greifen. Wir schaffen mit dem BayIntG Verpflichtungen und fordern ausdrücklich von allen Menschen, die hier leben, die Achtung unserer Rechts- und Werteordnung ein.

Zusammenhalt fördern, Integration stärken

Die Bayerische Staatsregierung hat am 9. Oktober 2015 das mehrjährige Sonderprogramm „Zusammenhalt fördern, Integration stärken“ beschlossen. Bayern gibt für die Integration von Flüchtlingen und Asylberechtigten jedes Jahr viele Millionen Euro aus – u. a. für Kindergärten, Schulen, Beratungsstellen und Orientierungsangebote. So sollen Zuwanderinnen und Zuwanderer bei der Integration bestmöglich unterstützt werden.

Wohnungen für alle bayerischen Bürgerinnen und Bürger

Im Rahmen des Wohnungspakts Bayern fördert der Freistaat günstigen Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen. Bis 2019 sollen im Rahmen des Wohnungspakts bis zu 28.000 neue staatlich finanzierte oder geförderte Mietwohnungen entstehen. Bayern setzt dabei auf ein staatliches Sofortprogramm, ein kommunales Förderprogramm und den Ausbau der staatlichen Wohnraumförderung. Die einheimische Bevölkerung wird davon genauso profitieren wie die Flüchtlinge. Hierfür stehen bis 2019 rund 2,6 Milliarden Euro bereit.

Fit für den bayerischen Arbeitsmarkt

Die Integration am Arbeitsmarkt ist wichtig und notwendig. Wir wollen, dass die Menschen ihr Leben selbst finanzieren. Die Bayerische Staatsregierung hat daher mit der bayerischen Wirtschaft und der Arbeitsverwaltung die Vereinbarung „Integration durch Ausbildung und Arbeit“ unterzeichnet. Ziel ist, bis Ende 2016 20.000 Flüchtlingen ein Praktikum, eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz anzubieten. Bis zum Herbst 2016 wurde das erste Teilziel nicht nur erreicht, die Vermittlungen waren nahezu doppelt so hoch. Es wurden knapp 40.000 Flüchtlinge in Praktika, Ausbildung und Arbeit vermittelt. Bis Ende 2019 sollen 60.000 Menschen in Arbeit integriert werden.

Daneben gibt es in Bayern viele weitere Bildungsangebote unterschiedlicher Einrichtungen. Menschen, die nicht oder nicht ausreichend Lesen und Schreiben können, sollten z. B. einen Alphabetisierungskurs besuchen. Junge Erwachsene können sich in Förderklassen an Berufsschulen weiterbilden. Für Zugewanderte mit abgeschlossener Berufsausbildung gibt es eine Reihe von Fortbildungen, die sie fit für den bayerischen Arbeitsmarkt machen. Ergreifen Sie Ihre Chance und qualifizieren Sie sich weiter. Sie können nur gewinnen!

Erfahren Sie mehr über das Integrationsgesetz:

Am 1. Januar 2017 ist das Bayerische Integrationsgesetz in Kraft getreten. Es wurde am 13. Dezember 2016 im Gesetz- und Verordnungsblatt verkündet (GVBl. S. 335, BayRS 26-6-A).

Toleranz und Menschlichkeit

Menschen, die in Bayern Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen, mit Freundlichkeit und Mitgefühl zu begegnen, ist ein Gebot der Moral und Menschlichkeit. Toleranz ist die Grundbedingung für ein friedliches Zusammenleben in Freiheit und Selbstbestimmung. Bayern ist ein ebenso menschliches, tolerantes wie traditionsbewusstes Land. Darauf sind wir stolz.

Der bayerische Weg

Heimatliebe und Weltoffenheit gleichermaßen, das war und ist die Erfolgsformel für den bayerischen Weg. Wir sind tolerant – wir erwarten aber auch von den Zugewanderten, die in Bayern leben möchten, dass sie sich mit den Grundregeln unserer freiheitlichen Gesellschaft identifizieren und nach diesen Regeln leben. Menschen, die dazu nicht bereit sind, können auch von uns keine Toleranz erwarten.

 

Eine Frau und ein junger Mann mit Migrationshintergrund schauen in ein Tablet: Beide lächeln.
Viele Menschen in Deutschland und Bayern helfen ehrenamtlich. Dieses Engagement ist sehr wichtig. Deshalb sagen wir Danke!

Ehrenamt ist unverzichtbar

Die Menschen in Deutschland und Bayern sind solidarisch und hilfsbereit gegenüber ihren Mitmenschen. Das zeigen eindrucksvoll Tausende gemeinnützige Vereine und Verbände, das engmaschige Netz sozialer Einrichtungen von kirchlichen und privaten Trägern sowie die unzähligen wohltätigen Initiativen und Projekte von Stiftungen und Privatpersonen.

Ehrenamtliches Engagement war und ist unverzichtbar und spielt eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft. Wie wichtig die deutschen und bayerischen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind, haben sie nicht zuletzt gezeigt, als im Herbst 2015 in kurzer Zeit Hunderttausende Menschen auf Asylsuche über die Grenzen Deutschlands und Bayerns kamen.

Das Engagement ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer ist eine wichtige, eine unverzichtbare Stütze für unsere Gesellschaft. Schnell dort zu helfen, wo schnelle Hilfe gebraucht wird, das zeichnet das Ehrenamt besonders aus. Mitgefühl, Menschlichkeit, Gemeinschaftssinn und Toleranz sind seine tragenden Säulen. Dafür bedanken wir uns bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die Großartiges in Bayern leisten!

Hilfe zur Selbsthilfe

Unzählige gemeinnützige Vereine und Initiativen sind seit Herbst 2015 im Asyl- und Flüchtlingsbereich entstanden oder wurden ausgebaut, und neue Programme und Patenschaften wurden ins Leben gerufen. Sehr viele bayerische Gemeinden haben Helferkreise gegründet, die beispielhafte Hilfe zur Selbsthilfe für Flüchtlinge sowie Asylbewerberinnen und Asylbewerber leisten.

In den Helferkreisen organisieren sich Tausende Menschen, nicht wenige von ihnen haben selbst einen Migrationshintergrund. Sie begleiten Flüchtlinge zu ärztlichen Behandlungs- oder Behördenterminen, erklären ihnen die kleinen und großen Dinge des täglichen Lebens, helfen beim Finden von Wohnungen, Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, organisieren gemeinsame Sport- und Freizeitaktivitäten. Die Liste ließe sich noch sehr lange fortsetzen.